Ich sammle Lächeln!

Neulich im Supermarkt an der Kasse: Ich steh in der Schlange und warte bis ich dran bin. Immer wieder höre ich, wie die junge Verkäuferin stereotyp die Kunden fragt: „Sammeln Sie Punkte?“ –Mir kommt ein Gedanke. Ich muss lächeln. Warten selbst an der Supermarktkasse ist immer auch eine Zeit, die ich als Erholung und Pause im Alltag nutze. Das mach ich übrigens auch im Wartezimmer beim Arzt. Keiner kann was von mir wollen, ich habe Zeit für mich.

Ich bin dran. „Sammeln Sie Punkte?“ höre ich die mir mittlerweile vertraute Stimme der mir nicht unsympathisch erscheinenden und motivierten Verkäuferin. „Nein,“ antworte ich, „ich sammle Lächeln!“ Und unwillkürlich lächeln wir beide. Ich zahle und wünsche noch einen schönen Tag. Das Lächeln haben wir beide gesammelt.

Lächeln-Sammeln ist für mich das Sonne-Tanken der Seele im Alltag. Ein Moment, der mir und dem Gegenüber guttut. Es kostet nichts und hat einen enormen Wert! Das hat nichts mit Dauergrinsen oder aufgesetztem Lächeln oder einer einstudierten Mimik aus dem Verkaufsseminar zu tun. In einer aktuellen Folge einer beliebten Arztserie im deutschen Vorabendprogramm sagt ein junger Stationsarzt zu seinem Vater: „Dein Geld kannst du dir dorthin stecken, wo die Sonne nicht scheint! In dein Herz!“

Lächeln-Sammeln ist für mich Sonnenstrahlen-Sammeln für das Herz. Und das tut gut. Vielleicht freuen sich deshalb viele Menschen nach den langen dunklen Winterwochen, wenn sich die Sonne wieder zeigt. Dunkelheit ist eine Metapher für die Schatten in uns und das Dunkle um uns in der Welt. Da tut es gut, die Akkus wieder mit Wärme und Licht aufzuladen. Einmal davon abgesehen, wie wichtig das ausgewogenen Maß an Sonne für unseren Körper ist, der Sonne für seine tägliche Arbeit zu unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit braucht.

Sammeln sie Lächeln?