Denk ich an die Arbeit in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht

Im März hat die DAK den aktuellen Gesundheitsreport mit den ausgewerteten Daten ihrer Versicherten veröffentlicht. Neben einem leichten Rückgang des Krankenstandes 2016 – im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent – stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen weiter an und liegen mit einem Anteil von 17,1 Prozent der Krankenstände auf Platz 2.  Die Bedeutung betrieblicher Präventionsmaßnahmen zu psychosozialen Belastungen und der Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung wird dringlicher.

Das ergeben auch die Schlussfolgerungen in der Auswertung des diesjährigen Schwerpunkthemas Schlafstörungen. Die Auswirkungen von Schlafstörungen auf die Arbeitsfähigkeit und Leistung von Erwerbstätigen werden unterschätzt! Ebenso das tatsächliche Vorkommen. Dass mehr Erwerbstätige unter Schlafstörungen leiden als diagnostiziert und behandelt werden, wurde bereits 2010 in einer DAK-Analyse festgestellt. Die repräsentative Umfrage von Erwerbstätigen, die die aktuelle Analyse von 2017 flankiert, ergibt: 10 Prozent der Befragten leiden an Insomnie, obwohl nur 4,1 Prozent der Versicherten Erwerbstätigen wegen einer Schlafstörung in Behandlung sind.

Als Faktoren der Arbeitswelt werden genannt: belastende Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise kontinuierliches Arbeiten unter Zeitdruck an der Grenze der Leistungsfähigkeit, Arbeitsstrukturen, wie z. B. die Betriebsgröße oder Arbeitszeiten (Überstunden, Schicht- und Nachtdienste) und das Betriebsklima. Hinzu kommt die Gestaltung der Schlafgewohnheiten (Schlafhygiene) der Erwerbstätigen. Da es zu Wechselwirkungen der einzelnen Faktoren kommt helfen monokausale Erklärungen nicht. Handlungsbedarf und Gestaltungsspielraum gibt es im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – durch die Gestaltung entsprechender Arbeitsbedingungen – und der persönlichen Schlafgewohnheiten.

In meiner Beratungsarbeit bestätigt sich dies durch betriebliche Analysen und die Arbeits- und Lebensstilanalyse in der Einzelberatung von Erwerbstätigen.

Zum Weiterelesen: Gesundheitsreport 2017 der DAK-Gesundheit